Entlang einer der ältesten Zufahrtsstrassen nach London zeichnet Marc Isaacs ein Bild von Migration, Hoffnung und Einsamkeit. In alltäglichen Begegnungen mit Menschen, die in Grossbritannien angekommen, gestrandet sind oder dort seit Jahrzehnten leben, erzählt er mit der Kraft der leisen Stimme vom Ankommen und Fremdsein, vom Wunsch nach Zugehörigkeit und der Suche nach einem besseren Leben. Da ist die junge Irin Keelta, die auf ein neues Leben hofft, Brigitte, die auf ihre gescheiterte Ehe zurückblickt und Iqbal, der sehnsüchtig auf seine Frau wartet. Die Strasse ist Lebensader und eine Projektionsfläche für Bewegung und Wandel, aber auch für Entwurzelung und Stillstand.
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Marc Isaacs
Es sind die vermeintlich kleinen Leute, die Marc Isaacs interessieren, Menschen am Rand der Gesellschaft, im Abseits. Aber nicht als Stereotypen der Exotik, nicht als schrullige Illustrationen, sondern als Seismografen der Gegenwart und ihrer Verwerfungen. In seinen Filmen zeigt Isaacs die beiläufige Alltäglichkeit seiner Protagonist*innen. Er lässt sie zu Wort kommen und wir beobachten, wie sie – ebenso beiläufig – die grossen Themen der Gegenwart verhandeln: Identität, Hoffnung, Ängste. Marc Isaacs ist ein radikaler Humanist.
Zum Dokumentarfilm findet Isaacs 1995 als Assistant Producer bei der BBC. Anschliessend arbeitet er als Assistent von Pawel Pawlikowski. 2001 entsteht sein erster eigener Film, LIFT.