A NIGHT OF KNOWING NOTHING

  • Payal Kapadia
  • Indien
  • 2021

In einer Filmschule in Mumbai werden Briefe in einer Kiste gefunden. Sie wurden von der Filmstudentin L. an ihren Geliebten K. geschrieben und bilden den emotionalen Rahmen für diese Erforschung von unglaublichen Ungerechtigkeiten und Jugendaktivismus im heutigen Indien. Während L. ihre Briefe vorliest, entsteht eine ebenso spezifische wie universelle Situation. Ihre Beziehung ist kastenübergreifend, und L. wird schließlich von K. verlassen; die Briefe werden ab dem Zeitpunkt, an dem sie nicht mehr an ihn gerichtet sind, nicht mehr auf Hindi, sondern auf Bengali vorgelesen. Sie sind von der Verzweiflung über die sich zuspitzende politische Situation geprägt. 

Nach mehreren Kurzfilmen kündigt dieses Spielfilmdebüt Payal Kapadia als eine der großen poetischen Filmemacherinnen der Gegenwart an. Weder rein dokumentarisch noch fiktional, umfasst ihre collagenartige filmische Montage Zeitungsausschnitte, Kritzeleien und altes Material, aufgenommen in verträumtem Schwarz-Weiß auf 16 mm. So wie der Film nicht davor zurückschreckt, die Dunkelheit visuell in den Vordergrund zu rücken, so erscheint Schweigen als Ellipse, wobei diese Abwesenheit so vieles mit großer Dringlichkeit zum Ausdruck bringt. Dazwischen gibt es Lichtblicke, und die Kraft der protestierenden Studenten vermittelt Hoffnung und Solidarität. Letztendlich ist A Night of Knowing Nothing eine hingebungsvolle Hommage an das Kino, das Filmemachen und die Widerstandskraft jener, die ihr Leben dem Film widmen. Viennale Katalog/Michelle Carey

  • Payal Kapadia

    Payal Kapadia ist eine in Mumbai ansässige Filmemacherin und Künstlerin. Sie studierte Filmregie am Film & Television Institute of India. Ihre Kurzfilme Afternoon Clouds (2017) und And What Is The Summer Saying (2018) wurden in der Cinéfondation und an der Berlinale uraufgeführt. Sie ist eine Berlinale Talents Alumna und nahm 2019 an der Cinéfondation - Résidence du Festival de Cannes teil. Ihr erster Spielfilm, A Night Of Knowing Nothing, wurde für die Director's Fortnight der Filmfestspiele von Cannes 2021 nominiert, wo er den Oeil d'or (Golden Eye) für den besten Dokumentarfilm gewann. Derzeit bereitet sie ihr nächstes Projekt All We Imagine As Light vor, das von CICLIC, Huberts Bals Fun & PJLF Arts Fund unterstützt wird.

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