PTAKI ŚPIEWAJĄ W KIGALI

  • Joanna Kos-Krauze Krzysztof Krauze

«Man tötet eine Million Menschen nicht ohne Grund», belehrt ein polnischer Beamter die Ornithologin Anna. Die Wissenschaftlerin verliert die Fassung. Sie schreit den Mann vom Ausländeramt an: «Wegen weissen Arschlöchern wie Ihnen mussten sie sterben, nur dass die an der Sorbonne studiert haben.» Anna setzt sich bei dem Beamten für das Bleiberecht einer Freundin aus Ruanda ein, die mit ihrer Hilfe 1994 knapp dem Völkermord an der Tutsi-Minderheit entkommen konnte. Oder vielleicht ist Freundin das falsche Wort. Die beiden Frauen sind eher in einer Art Hassliebe aneinandergekettet: Der Anblick der anderen scheint die Vergangenheit immer wieder schmerzhaft hervorzuzerren.

Dem polnischen Regiepaar Joanna Kos-Krauze und Krzysztof Krauze gelingt es, das Trauma der beiden Frauen filmisch überzeugend erfahrbar zu machen. Der Zusammenhalt ihrer Realität scheint zerbrochen, in Wahrnehmungsfragmente aufgelöst. Immer wieder geschieht die eigentliche Handlung im Off, während die Kamera auf Nebensächliches fokussiert, so als sei der Film mit seinen Gedanken ganz woanders. Joanna und Krzysztof Krauze arbeiteten während mehr als 20 Jahren zusammen und wurden für ihre Arbeiten mit zahlreichen Preisen geehrt. Krzysztof Krauze starb während der Produktion des Films. Seine Frau musste ihn alleine fertigstellen.

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