Bill Violas Bestreben, Träume, Erfahrungen und das Unbewusste in ästhetische Bild- und Klangwelten zu übersetzen, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk. Die assoziativen Erzählstränge, denen existenzielle Fragen zugrunde liegen, entfalten sich rund um die Gegensatzpaare Geburt und Tod, Realität und Virtualität. Für seine Arbeit schöpft Viola sowohl aus dem Christentum wie auch dem Zen-Buddhismus, den er selbst während eines Aufenthalts in Japan praktiziert. Seine tiefe Spiritualität verwebt Viola mit autobiografischen Elementen, wie etwa der eigenen Nahtoderfahrung durch Ertrinken, zu vielschichtigen Werken.
Um Sterben und Wiedergeburt geht es, wie auch in The Passing (1991), auch in The Reflecting Pool (1977/78). Schon in diesem frühen Werk kommt dem Element Wasser eine mehrschichtige Symbolik zu: als Metapher für den Anfang und das Ende oder als Spiegeloberfläche, die die Realität als illusionär entlarvt.