… dann bin ich um den Schlaf gebracht, dichtete Heinrich Heine 1843. Heine trieben Sehnsucht und Sorgen um, Romuald Karmakar schlägt in seinem aktuellen Film, dem Heines Gedicht den Titel gibt, eine alternative Erklärung für Schlaflosigkeit vor: den kollektiven Rausch endloser Raves, befeuert vom unablässigen, rhythmischen Hämmern der Beats. Nach 196 bpm (2002), between the devil and the wide blue sea (2005) und Villalobos (2009) ist Denk ich an Deutschland in der Nacht (If I Think of Germany in the Night) die vierte Annäherung des renommierten Autorenfilmers und Dokumentaristen Karmakar an Techno, artverwandte Stile und die Tradition der elektronischen Musik in Deutschland. Fünf Protagonisten der Szene – Ata Macias, Roman Flügel, David Moufang, Ricardo Villalobos und Sonja Moonear – erzählen von ihrer Arbeit und kommen ins Philosophieren. Karmakar hört ihnen zu und zeigt sie im Studio, im Club und auf der Bühne. In den Gesprächen offenbaren sich die Musiker mit grosser Ernsthaftigkeit, während die Dancefloor-Szenen die unterschiedlichen Sounds zu angenehm ausgiebiger Geltung bringen. Und die Nacht wird zum Tag auf die allerschönste Weise, tanzend.
DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT
- Romuald Karmakar
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