SHELLEY

  • Ali Abbasi

Ein Haus in einem Wald am See, kein Strom und kein fliessendes Wasser, dafür gesundes Gemüse aus dem Garten. Elena aus Rumänien, die bei Louise und Kasper in Dänemark eine Stelle als Haushaltshilfe antritt, scheint in einem Selbstversorgerparadies gelandet zu sein. Dann aber willigt die junge Frau, die sich in einer wirtschaftlichen Zwangslage befindet, ein, Louises Kind auszutragen, und mit der Schwangerschaft zieht etwas Unheimliches ein ins Idyll.

In seinem Spielfilmdebüt variiert der 1981 im Iran geborene und aufgewachsene, mittlerweile in Schweden lebende Ali Abbasi das nicht nur aus Rosemary’s Baby bekannte Motiv des Gebärhorrors. Jener Angst vor dem Monster also, das möglicherweise im Bauch der Frau heranwächst und die Wirtin parasitär aufzehrt. Shelley ist ein gekonnter Genrebeitrag, der seine Schockeffekte sparsam einsetzt und sich auf die unheimliche Atmosphäre verlässt, die er mittels raffiniert gestalteter Tonspur erzeugt. Verweise schüren Verdacht, Reminiszenzen wecken Erwartung und im zwielichtig Ahnungsvollen wächst es heran, es gedeiht und dehnt sich, es besetzt Körper und Träume, es schnurrt wie eine Raubkatze, unschuldig und gefährlich: jenes fantastisch fremde Schrecknis, das der Kopf so mühelos gebiert.

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