RAK TI KHON KAEN

  • Apichatpong Weerasethakul

Die Soldaten liegen in einem Spital im Tiefschlaf. Die Könige vergangener Tage brauchen sie. Das erfährt die Krankenschwester beim Mittagessen im Park von den beiden Göttinnen vom Schrein. Da macht sie grosse Augen und schaut ungläubig. So wie wir. Es wird hier aber niemandem ein Streich gespielt, es ist nur Apichatpong Weerasethakul, Thailands bedeutendster Filmkünstler, mit einer neuen Geschichte aus jener Welt, die keine Trennung kennt zwischen dem Faktischen und dem Fantastischen.

Von einer Liebe zwischen Träumenden und Wachenden erzählt Cemetery of Splendor und angesiedelt ist diese in Khon Kaen, einer Stadt im Nordosten Thailands, in der der 1970 geborene Regisseur aufgewachsen ist und seine Eltern als Ärzte arbeiteten. Dies ist eine weitere, biografisch-semidokumentarische Ebene, die sich ins vielfach lesbare traumlogische Gewebe des Films einschreibt. Denn in der spirituellen Praxis, die als Teil des Alltags der Protagonisten gezeigt wird, ist die politische Verfasstheit des Landes, das seit 2014 unter Militärherrschaft steht, mitzudenken. Und es ist ebendiese Zusammenschau von individueller Existenz und gesellschaftlicher Struktur, die Weerasethakuls Kino zu einem visionären, engagierten, vor allem aber menschlichen macht.

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