Am Anfang strolcht man durch den Cyberfriedhof, eine Masse unzusammenhängender Netz-, Mobiltelefon- oder Videoüberwachungsanlagenbilder, am Ende fügt sich ein Mosaik aus ähnlichen Bildern dieser Art zu so etwas wie einer kosmischen Videoleinwand – mit einem blinden Fleck. Was sich dazwischen abspielt, beschreibt man am besten als eine den Geist wie sämtliche Sinne aufs Äusserste fordernde Mischung aus Avantgardefilm und Action-Blockbuster mit einer Geschichte voller schicksalhafter Verhängnisse wie von Kieslowski, in der sich die Leben mehrerer Warschauer auf geheimnisvolle Weise ineinander verstrickt finden: die Schauspielerin, ihr eifersüchtiger Gatte und der Hollywood-Regisseur im Hotel, draussen der Ex-Knacki am Würstelwagen, woanders die Schwangere, zum Stadtrand hin ein Durchgeknallter etc. Hin und her springt die Erzählung, vor und zurück in der Zeit – ein Knoten wird gelegt, als er sich festzieht, steht die Zeit, scheint es, still. Jerzy Skolimowski, Grenzgänger zwischen den Genres und Produktionskulturen, Polens einsamer Wolf der Weltkinomoderne, meditiert sardonisch amüsiert über Zeit und Ewigkeit, Gott und Zufall, Schuld, Verdammnis und Vergebung. Seine dabei gewonnenen Einsichten sind bizarr tröstlich.
11 MINUT
- Jerzy Skolimovski
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