ICH WILL MICH NICHT KÜNSTLICH AUFREGEN

  • Max Linz

Asta lebt in einer Berliner Republik, wo alle irgendwie Kuratoren sind – zumindest hat man den Eindruck, dass die Leute mit dem öffentlichen Raum, den Anforderungen der pólis umgehen, als würden da mal «Positionen» zu Disposition gestellt. Nun hat Asta aber ein Problem: Ihre sich im Projektstadium befindliche Ausstellung «Das Kino! Das Kunst!» soll nicht gefördert werden. Asta wird aktiv ...

Max Linz, dffb-Student und seit seiner sarkastischen Systemkritik Die Finanzen des Grossherzogs Radikant Film (2011) ein Dorn im Auge aller BRD-AV-Kultur-Subventionswirtschaftsmacher, hat mit seinem neusten Film ein Manifest zur Lage der Nation in den Diskussionsraum gestellt. Aus welchen theoretischen wie ästhetischen Ansätzen sich der Film speist, kommt gleich zu Beginn auf den Tisch (von Asta). Aussehen tut das wie eine Mischung aus Farocki, Tati und Jack Smith, also alles gut kenntlich entverzerrt, bunt, aggressiv im Grundton, erratisch im Fluss, und didaktisch wann immer nötig. So ergeben sich Freiräume für allerlei ästhetisch Abweichendes, Ausserplanmässiges. Man könnte das Ganze aber auch einfach als Paradebeispiel eines Neorealismus für neoliberale Zeiten bezeichnen.

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