3X3D

  • Jean-Luc Godard Peter Greenaway Edgar Pêra

Was fällt Vertretern des Arthouse-Kinos zu einem technischen Mittel ein, das primär vom Kommerzkino genutzt wird? Was fangen Filmemacher wie Jean-Luc Godard, Peter Greenaway und Edgar Pêra mit dem stereoskopischen Aufnahmeverfahren 3D an?

Der facetenreiche Omnibus-Film 3×3D – 2012 im Auftrag der portugiesischen Stadt Guimarães entstanden, die damit ihr Jahr als eine der europäischen Kulturhauptstädte feierte – gibt Antworten. In fliessender Bewegung durch bedeutende historische Gebäude der Stadt unternimmt Greenaway mit Just in Time einen Streifzug durch die Geschichte der Stadt, versieht das Abgebildete mit schriftlichen Erklärungen und erstellt vermittels 3D eine Art Aufklapp- Reiseführer der anderen Art. Godards The Three Disasters ist ein audiovisueller Essay über die Wahrheit der Bilder und das Lügen der Worte, über das Kino an sich und das Leben überhaupt. In die für Godard typische Kombination unterschiedlicher Darstellungsformen – Filmausschnitte, Foundfootage, Voiceover und Text – gliedert sich der 3D-Effekt organisch ein. Pêra schliesslich bringt es in Cinesapiens, einer satirischen Tour de Force durch die Technikgeschichte des Mediums, auf folgenden Punkt: Ob es nun der heranrasende Zug der Lumières ist oder die mit grossem Aufwand hergestellte Illusion des Räumlichen, wir sind immer noch die gleichen, das Bewegtbild bestaunenden Höhlenmenschen. Könnte stimmen.

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