CLEOPATRA

  • Michel Auder

«It’s a good fucked up film!» Michel Auder Das Private zum Sujet von Filmen zu machen und dadurch das voyeuristische Moment der Filmbetrachtung zu betonen, steht bereits Ende der 60er-Jahre im Zentrum der Videotagebücher von Michel Auder. Als Teil des Kreises um Andy Warhol nutzt er diese Herangehensweise, um seine Umgebung durch die Kamera in eine Inszenierung seiner eigenen Wahrnehmung umzuwandeln. Zwischen Fiktion und Realität entwickeln sich dadurch filmische Formen, die aus den verschiedensten Einflüssen der subjektiven Perspektive des Filmemachers zusammengesetzt sind.

Der 1970 entstandene Film Cleopatra zeigt diese selbstreflexiven Bezüge. Angelehnt an den 1963 erschienenen gleichnamigen Film von J. L. Mankiewicz und seiner von Skandalen geprägten Produktion, setzt Auder mit den Improvisationen seiner Schauspieler eine eigene Fassung des Filmes um. Ägyptische Pferdewagen werden bei Auder zu Schneemobilen in New York, und Cleopatra wird durch Viva, Auders Frau und Warhols Muse, verkörpert. Die Interpretation des Hollywoodstoffes erreicht ihren Höhepunkt in einer Orgien-Szene, die man definitiv gesehen haben muss.

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