STRELLA

  • Panos H. Koutras

Nach rund eineinhalb Dekaden Knast kommt Giorgos wieder auf freien Fuss. Er hat niemanden – ausser einem Sohn, von dem er schon seit Ewigkeiten nichts mehr gehört hat und den er nun suchen will. In einer Absteige lernt er Strella kennen, eine transsexuelle Nachtklubchanteuse. Strella hat eine arme Schar Verstossener um sich versammelt, darunter eine krebskranke Drag Queen; auch den mächtig gut gebauten Giorgos adoptiert sie bald – love is in the air. Das junge Paar könnte sich nun gut seiner Liebe hingeben – doch da ist noch der verlorene Sohn ...

Die Ästhetik von Panos Koutras ist, gelinde gesagt, eine sehr eigene: Die Camp-inspirierte Hochmoderne der 60er und 70er (Werner Schroeter, Kuchar Brothers ...) wird lustig kurzgeschlossen mit der Trash-getriebenen Vulgär-Postmoderne der 80er (Lloyd Kaufman, Randal Kleiser, die Dark Brothers ...), was ein bisschen an den frühen Almodòvar erinnert, aber viel knalliger, rauer, dreckiger ist. Mit Strella, dieser Verfilmung eines griechischen Mythos, an dem sich schon Pier Paolo Pasolini erfolgreich versuchte, eröffnete sich Koutras’ Kino eine neue Dimension: Waren die ersten Arbeiten wie etwa sein Langfilmdebüt The Attack of the Giant Moussaka (1999) vor allem bizarr, so ist diese nun genuin berührend, gefühlsmächtig. Eine der grossen Offenbarungen der letzten Jahren. 

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