DOGTOOTH

  • Giorgos Lanthimos

Ein Ehepaar mit drei Kindern, zwei Töchter und ein Sohn, lebt in einer Villa mit Freiluftschwimmbecken und weiten Rasenflächen; um das Gelände herum verläuft eine hohe Mauer. Die Kinder waren noch nie jenseits der Mauer – dorthin dürfen sie erst, sagen ihnen die Eltern, wenn sie einen Hundezahn verloren haben. Sie sprechen miteinander Griechisch, doch bezeichnen die Wörter stets etwas anderes: Zombie meint ein gelbes Blümchen, Tastatur das weibliche Geschlecht etc. Der einzige Mensch aus der Welt jenseits der Mauer, den die Kinder zu sehen bekommen, ist Christina, die eigentlich als Objektschützerin in der Firma des Vaters arbeitet, daneben aber auch den Lendendruck des Sohns abbaut. Die Dinge werden kompliziert, als sich Christina mit der älteren Tochter einlässt und sich diese dafür zwei Videos, Jaws (1975; R: Steven Spielberg) und Rocky (1976; R: John G. Avildsen) geben lässt – Letzterer macht mächtig Eindruck auf sie ...

An Marco Ferreri (La grande bouffe, 1973) fühlt man sich erinnert ob des so perfekt durchgehaltenen grotesken Tons, dito an Nikos Nikolaidis, dessen Faszination für absurde Rituale, die meist in einer huis clos-Situation ausagiert werden. Entscheidend ist: dass sich der Bahnbrecher von Giorgos Lanthimos dabei anschaut und -fühlt wie kein Film je zuvor.

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